Music from Middle-earth – Sigur Rós
In den Stücken der Gruppe Sigur Rós ist keinerlei Bezug zu Tolkien erkennbar; immerhin stammen sie aus Island, einem Land, dem Tolkien zumindest durch die Mythologie verbunden war. Die Assoziation zu Mittelerde kommt aber vor allem daher, dass Sigur Rós die Lieder zum Teil in einer erfundenen Sprache mit dem Namen “Hopelandic” (isl. “Vonlenska”) singt.
Die Band hat bisher vier Alben (davon ein Remix-Album) veröffentlicht; für den Beginn ist sicher ágaetis byrjun (,Ein guter Anfang´) empfehlenswert. Hier sind fast alle Lyrics auf Isländisch, und die Stimmen stehen stark im Mittelpunkt.
Der Sound ist getragen, sehr atmosphärisch, melancholisch, aber nicht traurig, so wie auch der Titel des Albums vermuten lässt. Die Verteilung der Instrumente – Gitarre, Bass, Keyboards und Schlagzeug – mag sich nicht außergewöhnlich anhören, jedoch erzielen die Musiker einige ungewöhnliche Effekte, indem zum Beispiel die Gitarre mit einem Cellobogen gespielt wird. Das 2002 erschienene, bislang letzte Album ist musikalisch sehr minimalistisch gestaltet, und es findet sich auf dem Cover und Inlay außer dem Namen der Band kein einziges Wort. Dafür ist die Sprache des Sängers hier Hopelandic. Dies wird jedoch nicht als eigentliche Sprache mit Vokabeln und Grammatik definiert, vielmehr als Sprache ohne Worte, die Stimmungen und Emotionen ausdrücken kann und eher als zusätzliches Instrument denn als Transport von Inhalt dient.
Als Untermalung zu einer mythologisch aufgeladenen Landschaft kann man sich Sigur Rós wohl vorstellen. Tatsächlich wurde ein Song des Albums schon für einen Soundtrack verwendet, wenn auch für einen ganz andersartigen Film, der sicher einigen bekannt ist: Er begleitete die Endszene von Vanilla Sky.
Mehr Infos zur Band: www.sigur-ros.com
Miriam “Nessa” Glasser

