Silmarillion – Rezension

“Seit ich “Das Silmarillion” gelesen habe, kann ich ermessen, was der Oxford-Professor im “Herrn der Ringe” geleistet hat, was er sich geleistet hat: die Realisierung eines uralten und ewig jungen Kindertraumes, den Demiurg zu spielen, sich eine Welt zu erschaffen, keinen Idealstaat, kein perfekt funktionierendes Utopia, sondern ein Fabelreich mit Bewohnern, die eine eigene Sprache haben, mit voll ausgebildeter Grammatik, im übrigen aber, auch wenn einige dieser Geschöpfe mit sagenhaften Fähigkeiten begabt sind, durch auch wie Menschen reagieren und handeln”

Hans J. Fröhlich/FAZ

“Eru war da, der Eine, der in Arda Ilúvatar heißt; und er schuf erstens die Ainur, die Heiligen, Sprößlinge seiner Gedanken; und sie waren bei ihm, bevor irgend andres erschaffen war.”

Das Silmarillon, das vier Jahre nach dem Tod seines Verfasser veröffentlich wurde, erzählt vom Anbeginn der Tage bis zum “Herrn der Ringe” wo die großen Kämpfe und Ereignisse schon vorbei waren. Es ist in zwei Dutzend Geschichten aufgeteilt, die aus früherer Vergangenheit stammen, aus der Zeit, als Melkor, der Meister des Verrats, der erste Dunkle Herrscher und der Schöpfer des Bösen, in Mittelerde hauste. Melkor raubt die Silmaril, in denen das Licht verschlossen liegt, das älter ist als Sonne und Mond, und der Elb Feanor und seine Söhne erklären ihm einen hoffnungslosen Krieg ohne Ende. Ein Erdteil von Geschichten kommt in Bewegung, Geschichten, die in den Liedern der Elben besungen und im Silmarillon erzählt werden.

Das Silmarillon ist der Grundstein aller Geschichten und Legenden, die Tolkien verfasst hat. Viele Erzählungen, die im “Herrn der Ringe” erwähnt werden, stammen aus dem Silmarillon. Wer schon immer wissen wollte, wie eine Welt entsteht, dem sei empfohlen, das Buch zu lesen.

Hätte Tolkien länger gelebt so hätte er aus den meisten Geschichten eigene Bücher verfassen können. Die Geschichte von Túrin Turambar hätte ebenfalls eine Trilogie werden können.

Wer den “Herrn der Ringe” liebt, wird “das Silmarillion” wertschätzen und es begehren – “mein Schatz”. Ich persönlich fühle mich nicht wohl, wenn ich es nicht an meiner Seite habe.

Eines der größten Fantasy-Werke aller Zeiten.